„Gothic“ nannte Ken Russel sein Werk knapp, eine visionäre Hommage an die großen, düsteren Romane des 19. Jahrhunderts. Er beruht auf einer wahren Geschichte.
Der 1986 gedrehte Film „Gothic“ erzählt von einem Treffen bekannter Dichter im Jahre 1816 in Genf. In diesem Jahr lud der Schriftsteller und Lebemann Lord Byron den Dichter Percy Shelley, seine Verlobte Mary Goodwin und deren Halbschwester Claire Clairmont in seine Villa „Diodati“ am Genfer See ein. Sie trafen dort auch John Polidori, den Freund und Leibarzt Byrons.
Angeregt durch Alkohol, Drogen und die stürmischen Sommernächte begannen die fünf Personen, sich Gothic Tales – also Geister- und Schauergeschichten zu erzählen. Im Zuge der Nacht verschwimmen Realität und Fiktion, Begegnungen mit den Geistern aus der eigenen Vergangenheit erschüttern die Protagonisten, besonders Mary Goodwin, künftige Shelley, die noch immer am Trauma einer Fehlgeburt leidet, und John Polidori, der sich mit Selbstmordgedanken und seiner uneingestandenen Homosexualität herumschlägt.
Aus diesen Träumen entstehen zwei der unsterblichen Gothic Romane dieser Zeit: Polidori’s „Der Vampyr“ und Mary Shelleys „Frankenstein“. Der Verdienst des Regisseurs ist es, die Ängste und Schmerzen seiner Figuren in visionäre Alpträume umzusetzen, die den Zuschauer in Atem halten.
Ken Russel ist ein englischer Filmemacher, dem die Filmgeschichte nicht nur „Gothic“ verdankt, sondern auch Werke wie die kontroversen Filme „The Devils“, „Dante’s Inferno“, „Altered States“ und Blockbuster wie „Das Russlandhaus“ mit Sean Connery und Michelle Pfeiffer. Russel etablierte sich damit als visionärer Regisseur, der bis in die Tiefen der Seele seiner Figuren eintaucht. In „Gothic“ spielt Gabriel Byrne Lord Byron, und die bekannten englischen Schauspieler Natasha Richardson und Julian Sands, Mary und Percy Shelley.
